Archiv für July 2007

Ich bin ein Marathoni (3 von 3)

27. July 2007, 11:05

Hier ist nun das Finish des Berichts. Die ersten beiden Teile finden Sie hier und hier.

“Kilometer 32, ich bin an der Verpflegungsstelle im Großen Garten angekommen, hier agieren die ehemaligen Sportfreunde aus Mattys Dresdner Triathlonzeiten. Viele kenne ich noch, also auf keinen Fall schlapp machen. So trinke ich Cola und Wasser und laufe tapfer weiter aber ehrlich, ich kämpfe schon ganz schön mit mir. Neben Jozsi ist jetzt auch Matty ständig bei mir, von beiden bekomme ich die bitter nötigen Streicheleinheiten. Ein Lichtblick, wir brauchen nicht noch einmal um den Palaisteich zu laufen und so bin ich wieder etwas motiviert.

Weiter geht es über die Stübelallee zurück Richtung Fetscherplatz, meine Beine werden langsam fest, die Füße brennen, ich habe Durst, mein Ehrgeiz hat mich verlassen und von meinem Ziel bin ich noch gute 6 Kilometer entfernt. Die letzte Verpflegungsstelle ist in Sicht, Matty reicht mir Power Gel, Jozsi Wasser und ich kann wieder ein paar Schritte gehen, alle reden mir gut zu aber ich komme nicht mehr in Gang und so ist die Gehstrecke schon fast 40 Meter lang.

Jetzt bekomme ich von meinem Trainer die erste richtige Watsche mit auf den Weg: „Du wolltest einen Marathon, hier hast du ihn, er beginnt jetzt hier an dieser Stelle, dass was vorher war, war alles Spaß, also lauf.“ und ich laufe. Auf einmal geht es wieder, ich höre auf nachzudenken und schaue nur noch nach den Kilometertafeln 39…, 40…, 41…, das Ziel kommt immer näher.

Nach 4 Stunden und 28 Minuten habe ich mir meinen Traum wahrgemacht, genau 8 Tage nach meinem 50. Geburtstag. Meine ganze Familie steht im Zieleinlauf Jozsi, Matty, Andrea und Janny, alle haben an mich geglaubt und freuen sich mit mir.. Ich bin fix und fertig aber glücklich, einfach nur glücklich, ich hab es geschafft.”

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Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn meine Schützlinge ihre Ziele erreichen und das Finisherpaket dabei geholfen hat. Und der lebendige Bericht soll den einen oder die andere dazu animieren, sich selbst Gesundheitsziele zu stecken und etwas dafür zu tun.

Ich bin ein Marathoni (2 von 3)

26. July 2007, 18:19

Weiter geht bzw. läuft der Bericht unserer Marathonstarterin, dessen erster Teil hier steht.

“Wie bin ich eigentlich auf die verrückte Idee gekommen ausgerechnet einen Marathon als die Herausforderung meines Lebens zu wählen? Im Oktober vorigen Jahres habe ich Janni und Matty beim 5. Dresdner Morgenpost Marathon als Zuschauer begleitet. Ihre geschafften aber glücklichen Gesichter beim Zieleinlauf haben ungeheueren Respekt aber auch ein bisschen Neid in mir geweckt. Einmal dieses Hochgefühl zwischen körperlicher Erschöpfung und Glückseeligkeit zu erleben, dass wäre was.

Und nun bei Kilometer 24 merke ich, dass bis zu diesem Punkt noch einige nicht zu unterschätzende Hürden zu nehmen sind.

Die Strecke an der Elbe hatte ich mir viel kürzer eingeprägt, sie zieht sich ewig hin. Viele Läufer sind als Halbmarathoni´s an der Wende abgebogen und so laufe ich zeitweise alleine. Die ersten „Geher“ sind auch nicht gerade motivierend. Das Superwetter erweist sich inzwischen als viel zu warm und ich bin froh, dass Jozsi inzwischen mein steter Wegbegleiter ist. Endlich bei Kilometer 27 ist eine der ersehnten Verpflegungsstellen, ich kann etwas trinken, essen und darf dabei ein paar Schritte gehen, eine Wohltat. Matty und Janni sind auch da und erzählen mir wie prima ich mich halte, na gut, wenn sie meinen.

Weiter geht’s, die Fetscherstraße Richtung Großer Garten entlang. Die Straßenmusikanten und Chearleader zeigen auch schon Ermüdungserscheinungen, zumindest kommt es mir so vor, denn das Hochgefühl welches ich an dieser Stelle in der ersten Runde hatte ist längst verflogen.

Was will ich überhaupt? Vor fast genau 11 Monaten, habe ich meiner Familie von meinem Traum erzählt. Vielleicht hatte ich damals insgeheim gehofft, irgend einer würde mir diese Idee ausreden, aber da hatte ich die Rechnung ohne sie gemacht und vor allem ohne meinen Matty.

Denn von da an war er mein unerbittlicher Trainer. Ich bekam wöchentliche Trainingspläne und musste Protokolle über meine Befindlichkeiten erstellen, alles wurde akribisch ausgewertet, hatte ich einmal geschwänzt, fühlte ich mich hinterher richtig mies. Mein Sohn bestimmte ab sofort meinen Tagesablauf. Heute weiß ich, dass es für ihn eine genauso große Herausforderung wie für mich war.

Meine erste Trainingseinheit werde ich nie vergessen, es war ein 30 Minuten Dauerlauf, der totale Fertigmacher. Matty hat dann erst einmal die Trainingspläne als Wechsel zwischen Walking und Laufen mit viel Athletik gestaltet, damit ich zu etwas Kondition komme.”

Im Nachhinein ist es schön zu lesen, dass die ausgearbeiteten Trainingspläne nicht nur funktioniert hat, sondern die Kundin auch bestätigen kann, dass das für sie der richtige Weg war. Seien Sie gespannt auf den 3. Teil der Geschichte, die ich mit dem Finisherpaket verbinde.