Vom Marathon zum Ironman

26. September 2008, 10:57 von gesundheitssport

Hier folgt nun der versprochene Bericht zum Ironman UK 2008, für den ich meinem Schützling Reik Winkler herzlich danke. Viel Vergnügen beim Lesen!

Im Juni 2007 wurde ich (44 J. alt, verheiratet, 2 Töchter), durch einen TV-Bericht über einen 45jährigen, welcher sich auf einen Ironman vorbereitet, auf den Triathlonsport aufmerksam. Da ich bisher hauptsächlich gelaufen bin und einmal im Jahr am Berlin-Marathon teilnahm, dachte ich mir, dass solch ein Ironman-Wettkampf auch für mich das Richtige sein könnte. Allerdings konnte ich keine 25m am Stück schwimmen und bin seit Ewigkeiten kein Rad gefahren. Außerdem genoss ich das Leben, trank des öfteren mehr Alkohol als gut war und rauchte auch 5-10 Zigaretten pro Tag. Das sollte anders werden.

Da die Ironman-Distanzen (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen) mir doch gehörig Respekt einflößten, entschloss ich mich, diesmal einen Personaltrainer zu nehmen, um mich nicht gesundheitlich und körperlich zu schädigen. Dieser wurde mir von einem Physiotherapeuten empfohlen und heißt Matthias Danyi.
Gesagt ,getan. Im Oktober 2007 Termin vereinbart, Anliegen geschildert und los ging´s mit Trainingsplan, Ernährungsumstellung und persönlicher, professioneller Hilfe.
Ich hielt Schwimmen für mein größtes Problem, alles andere konnte ich mir zumindest vorstellen. Nach der ersten gemeinsamen Laufeinheit, dachte mein Trainer:“Schwimmen soll das Problem sein?“, „doch wohl eher das Laufen.“.
Und ich dachte, ich könnte laufen, hab ja schließlich schon mehrere Marathon geschafft.
Nach unzähligen Trainingseinheiten allein und gemeinsam, im Frühjahr 2008 dann der erste Triathlon über die Sprintdistanz (300m S,10km R, 2.5km L).Es lief mehr schlecht als recht, besonders beim Schwimmen. Es folgten Kurz-und Mitteldistanzwettkämpfe, Trainingswochen mit 10-30 h Training, eine Heilfastenwoche (nochmal 6kg abgenommen), ein Radmarathon und Trainingslager auf Sardinien und in Südwestengland, viel Spaß, aber auch Schmerzen.
Die wichtigsten Personen dabei sind meine Familie und mein Trainer Matthias. Er sorgt für die richtige Technik bei den Sportarten, für meine Ausdauer und Kraft. Meine Familie gibt mir den nötigen Rückhalt und die Unterstützung, wenn´s mal nicht so läuft und bei den Wettkämpfen.
Dann, nach 11 Monaten intensiven Trainings, der große Moment auf den ich hingearbeitet habe. Am 07.09.2008 6.30 Uhr morgens startet der Ironman UK 2008 in Sherborne (Südengland) und ich bin dabei, begleitet von Familie, Freunden und natürlich meinem Trainer.

Nach 3,8km und 1h12´ schwimmen im ca. 16°C kalten See, steige ich umgezogen auf´s Rad, um 180 km relativ einsam meine 3 Runden zu drehen. Da ich ständig etwas Essbares und Getränke zu mir nehmen muss, vergeht die Zeit relativ schnell. Die ständigen Anstiege und der Wind machen mir aber doch zu schaffen, so daß ich gekrümmt vom Rad steige und nach 6h 20´ in die Laufschuhe wechsele. „Wie jetzt noch einen Marathon laufen?“ schießt es mir durch den Kopf. Gott sei Dank sind da ja aber noch meine Leute, die mich wie wild anfeuern und auf die Strecke schreien, sowie Matthi, der mich beim Laufen, wann immer es geht, begleitet und mich motiviert durchzuhalten, obwohl auch hier mir die Anstiege schwer fallen. Nach einer schnellen 3.Runde sehe ich dann endlich das lang ersehnte Ziel und laufe nach 11h52´32“ überglücklich, völlig fertig und mit Tränen in den Augen durch´s Ziel, inmitten einer fantastischen Kulisse und jubelnden Menschen.
Das Beste daran ist aber, dass ich noch gesund bin und sogar noch alleine gehen konnte, was mit Sicherheit dem hervorragenden Training und der vernünftigen Ernährung zu verdanken war. Dafür und für die wertvollen Tipps rund um den Sport danke ich meinem Trainer Matthias Danyi und kann ihn nur weiter empfehlen, egal ob Ihr „nur“ fit werden oder richtig angreifen wollt.
Jetzt genieße ich meinen Erfolg, regeneriere und starte dann hoffentlich Anfang 2009 die Vorbereitung für den Triathlon im Juli in Roth.

Reik Winkler, 17.09.2008

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